Zahnerhaltung heißt: den eigenen Zahn behalten, solange das medizinisch vertretbar ist. Ein eigener Zahn ist jedem Ersatz überlegen. Er sitzt in seinem Zahnhalteapparat, er leitet Kaudruck weiter, wie er es seit Jahrzehnten tut, und er hält den Kieferknochen an dieser Stelle in Bewegung.
Deshalb steht am Anfang jeder Behandlung bei uns dieselbe Frage: Wie viel eigener Zahn lässt sich retten?
Das ist keine Grundsatzhaltung, sondern Rechnen mit langen Zeiträumen. Jede Versorgung, die auf einen Zahn kommt, hat irgendwann ihr Ende und wird erneuert. Je später diese Kette beginnt, desto mehr eigener Zahn ist beim letzten Glied noch da.

Wie weit wir gehen können
Ein kariöser Defekt wird mit einer Füllung versorgt. Weil moderne Materialien am Zahn haften, muss dafür weniger gesunde Substanz entfernt werden als bei den älteren Verfahren.
Ist mehr Zahn verloren, als eine Füllung tragen kann, kommt eine Klebekrone infrage. Sie wird mit dem Zahn verklebt statt über einen beschliffenen Stumpf gestülpt, das spart Substanz, die sonst weggeschliffen würde.
Ist der Nerv entzündet oder abgestorben, ist der Zahn damit nicht verloren. Eine Wurzelbehandlung entfernt das entzündete Gewebe aus dem Kanalsystem und verschließt es. Wir arbeiten dabei unter dem Dentalmikroskop, weil sich feine und zusätzliche Kanäle mit bloßem Auge schwer finden lassen.
Und wenn nicht der Zahn selbst das Problem ist, sondern sein Halt: Eine Parodontitis greift den Knochen an, in dem der Zahn steht. Sie verläuft lange ohne Beschwerden und wird deshalb oft spät bemerkt. Wer regelmäßig zur Mundhygiene kommt, erfährt früher davon, weil bei jedem Termin nachgesehen wird, wie es um Zahnfleisch und Beläge steht.
Warum wir so wenig wie möglich wegnehmen
Moderne Materialien haften am Zahn, statt sich mechanisch festzuklemmen. Das ändert, wie viel gesunde Substanz für eine Versorgung geopfert werden muss. Eine Kompositfüllung wird in Schichten direkt im Zahn aufgebaut und jeweils mit Licht ausgehärtet. Eine Klebekrone wird adhäsiv befestigt, statt einen rundum beschliffenen Stumpf zu brauchen.
Was an eigener Substanz stehen bleibt, stützt den Zahn weiter mit. Das ist der Grund, warum wir bei jedem Schritt zuerst die kleinere Lösung prüfen und nicht gleich die größere.
Was Zahnerhaltung zwischen den Terminen braucht
Der größere Teil der Zahnerhaltung passiert nicht am Behandlungsstuhl. Über die Haltbarkeit einer Füllung oder einer Krone entscheidet vor allem, was an ihrem Rand passiert.
Der Rand ist die kritische Stelle: Dort kann sich mit der Zeit erneut Karies bilden, und dort sehen wir bei den Kontrollen als Erstes nach. Beläge, die dauerhaft liegen bleiben, sind der Anfang von Karies und von Parodontitis. Deshalb gehört die Mundhygiene bei uns zur Zahnerhaltung und nicht in die Rubrik Kosmetik.
Die Bausteine im Überblick
Füllungen
Klebekronen
Wurzelbehandlung
Zahnfleischbehandlung
Häufige Fragen zur Zahnerhaltung
Wann ist ein Zahn nicht mehr zu retten?
Ist eine Wurzelbehandlung das letzte Mittel vor dem Ziehen?
Geht Karies auch ohne Bohren weg?
Wie oft soll ich zur Mundhygiene?
Wie lange hält eine Füllung?
Und wenn ein Zahn doch verloren geht?
Wenn ein Zahn nicht zu halten ist
Manchmal ist er es nicht. Dann sagen wir das, statt eine Lösung zu bauen, die nach zwei Jahren wieder aufgemacht werden muss. Was danach möglich ist, steht unter Implantologie.
