Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats, also des Gewebes und des Knochens, in dem ein Zahn verankert ist. Der Zahn selbst kann dabei völlig gesund sein. Was verloren geht, ist sein Halt.
Sie tut lange nicht weh. Genau das macht sie gefährlich: Eine Parodontitis verläuft lange ohne Beschwerden und wird deshalb oft erst bemerkt, wenn schon Knochen fehlt.
Wie eine Parodontitis entsteht
Am Anfang stehen bakterielle Beläge. Sie sind die Ursache von Karies und ebenso von Parodontitis. Wo sie liegen bleiben, verhärten sie mit der Zeit zu Zahnstein, und der lässt sich mit einer Zahnbürste nicht mehr entfernen, sondern nur mit speziellen Instrumenten.
Entscheidend ist, wo das geschieht. Es gibt Stellen, an die eine Zahnbürste konstruktionsbedingt nicht kommt: unter den Zahnfleischrand, in enge Zwischenräume, in die Rillen der Kauflächen. In den Zahnfleischtaschen unter dem Rand sitzen die Bakterien, die den Halteapparat angreifen, und dort werden sie beim Putzen nicht erreicht.
Was auf dem Spiel steht
Eine Parodontitis greift den Knochen an, in dem der Zahn steht. Bleibt sie unbehandelt, wird der Zahn locker und geht am Ende verloren. Karies und Parodontitis sind die beiden häufigsten Gründe, warum Erwachsene Zähne verlieren.
Der Schaden bleibt danach bestehen. Wenn über längere Zeit eine Parodontitis vorlag, hat der Kieferknochen an dieser Stelle oft nicht mehr genug Substanz. Wer die Lücke später mit einem Zahnimplantat schließen möchte, braucht dann zuerst einen Knochenaufbau. Zwei Behandlungen statt einer, weil die erste zu spät kam.
Was das Risiko erhöht
- Rauchen
- Diabetes
- eine genetische Veranlagung, die manche Menschen anfälliger macht
- Beläge, die liegen bleiben, weil die Reinigung an dieser Stelle nicht ankommt
Auf die Veranlagung haben Sie keinen Einfluss, auf den Rest schon. Rauchen und Diabetes sprechen wir deshalb an, bevor eine Behandlung beginnt. Nicht als Vorwurf, sondern weil beide dazu beitragen können, dass sich eine bestehende Parodontitis verschlimmert.
Wie wir behandeln
Am Anfang steht der Befund. Wir sehen uns an, wie es um Zahnfleisch und Beläge steht, bevor etwas entschieden wird.
Danach werden harte Ablagerungen und Zahnstein entfernt, auch unterhalb des Zahnfleischrands, anschließend die weichen Beläge. Diesen Teil kennen Sie aus der Mundhygiene. Welche weiteren Schritte dazukommen, hängt vom Befund ab; wir bieten dafür verschiedene Parodontalbehandlungen an und wählen sie nach Ihrer gesundheitlichen Situation aus.
Was hier bewusst nicht steht, ist ein Ablauf in festen Schritten mit einer festen Zahl an Terminen. Wie umfangreich die Behandlung wird, sagt der Befund und nicht die Website. Wir gehen das persönlich mit Ihnen durch, bevor wir beginnen.
Nach der Behandlung entscheidet die Mundhygiene
Mit einer Behandlung ist eine Parodontitis nicht ein für alle Mal erledigt. Die Bakterien, die sie ausgelöst haben, bleiben im Mund. Was danach zählt, ist die Reinigung zu Hause und die regelmäßige Mundhygiene bei uns.
Wie oft, hängt von Ihrer Situation ab: von Zahnfleisch, Belagsneigung, Rauchen und davon, wie gut die Reinigung zu Hause funktioniert. Für viele Patientinnen und Patienten sind zwei Termine im Jahr ein sinnvoller Richtwert. Ist bei Ihnen ein anderer Abstand angebracht, sagen wir Ihnen das.
Ein Hinweis zur Zahnseide: Nach einer Parodontitisbehandlung ist sie nicht an jeder Stelle das richtige Hilfsmittel. Fragen Sie uns, bevor Sie sie einsetzen. Wir zeigen Ihnen, womit Sie an Ihren Zähnen weiterkommen.
Parodontitis und Zahnimplantate
Eine unbehandelte Parodontitis führt zu hohen Verlustraten bei Zahnimplantaten. Deshalb steht die Behandlung des Zahnfleischs bei uns vor der Implantation und nicht danach. Die übrigen Faktoren, die wir vorher durchgehen, stehen unter Risikofaktoren bei Zahnimplantaten.
Das Gegenstück am Implantat heißt Periimplantitis. Auch dort sind Bakterien die Ursache, die sich in den Zahnfleischtaschen und auf der Implantatoberfläche ablagern. Was beide verbindet, ist die Nachsorge: dieselbe regelmäßige Reinigung, die den eigenen Zahn hält, hält auch das Implantat.
Zahnfleischrückgang ist nicht dasselbe
Wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht und die Zahnhälse freiliegen, steckt nicht immer eine Parodontitis dahinter. Häufige Ursachen sind eine zu kräftige Putztechnik, von Natur aus dünnes Zahnfleisch und Zähneknirschen. Was bei Ihnen dahintersteckt, klären wir bei der Untersuchung. Ausführlich steht das unter Freiliegende Zahnhälse.
